Indische Gottheiten 1: Ganesha

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Ganesha | गणेश | gaṇeśa | (m.) – Name einer männlichen, nachvedischen Gottheit; Sohn des → Shiva und der → Parvati; (wörtl.:) Herr der himmlischen Heerschar (von:) → Gana; → Isha (Quelle: http://purna-yoga.eu/glossar/g/)

Ganesha wird angerufen, wenn es darum geht, Hindernisse beiseite zu räumen. Deswegen werden sämtliche Rituale mit Liedern für ihn begonnen und viele Hindus stellen beispielsweise eine Ganesha-Murti (Götterfigur) auf, wenn sie einen neuen Wohnort beziehen oder etwas Neues, einen neuen Lebensabschnitt, beginnen. Ganesha verheißt nämlich Glück! Und außerdem sieht er lustig, nett und freundlich aus.

„Om Gam Ganapataye Namaha“

 

„Ganesha Sharanam, Sharanam Ganesha“

 

„Om Shri Ganeshaya Namaha“

Als Sohn von Shiva und Parvati wurde Ganesha im Himalaya erschaffen. Den Geschichten zufolge erschuf ihn Parvati aus Lehm und stellte ihn, weil Shiva wieder einmal auf dem Kailash weilte und meditierte, als Wache vor ihr Haus. Als Shiva nach einigen Jahres Askese zurück kam und um Einlass bat, wollte der kleine Ganesha ihn nicht ins Haus hinein lassen. Also schlug Shiva ihm den Kopf ab. Als Parvati das Unglück sah und Ganeshas Kopf unauffindbar blieb, forderte sie Shiva auf, den ersten Kopf, den er sehe, zu bringen. So bekam Ganesha einen elefantenförmigen Kopf.

Ganesha ist ein Schelm und mag Streiche. Gleichermaßen gilt er aber als freundlich, gütig und humorvoll, überdies ist er ein begnadeter Tänzer. Ganesha symbolisiert außerdem Weisheit. Er unterscheidet, was wichtig und was unwichtig ist – hierfür steht sein Rüssel, mit dem man etwas Grobes, aber auch eine Nadel aufheben kann. Sein großer Kopf steht für Intelligenz. Am liebsten isst er Reisbällchen, Modaks.

Wenn du das Bild genau betrachtest, fällt dir vielleicht auf, dass einer der beiden Stoßzähne Ganeshas abgebrochen ist. Um diese Tatsache ranken sich mehrere Mythen. Mein Lieblingsmythos besagt, dass der Weise Vyasa (u.a. Verfasser des Mahabharata) Ganesha bat, seine Verse zu Papier zu bringen und nur aufzuschreiben, was er verstanden habe. Ganesha willigte ein und schrieb alles mit seinem Stoßzahn an einem Stück, ohne Pause.

Ganesha trägt in jedem seiner vier Arme interessante Gegenstände mit unterschiedlicher Symbolik:

  • Lotusblume – Reinheit, Erleuchtung
  • Axt – Zerstörung aller Wünsche und Bindungen
  • Seil – der Sucher wird aus weltlichen Problemen befreit
  • Süßigkeit – Belohnung für den, der sucht

Weitere Namen:

  • Ganapati – Gebieter der Scharen
  • Vinayaka – Entferner der Hindernisse
  • Vignesha – Herr der Hindernisse
  • Ekadanta – der mit dem Stoßzahn
  • Varada – der Wohltaten schenkende
  • Siddhita – der, der Erfolg bei der Arbeit schenkt

Ganesha ist ab dem 5. Jahrhundert n.Chr. nachgewiesen worden, er wurde in keiner vedischen Schrift erwähnt, sondern erst später in den Puranas (Heldenepen).

Bija-Mantra: GANG

Eigener Feiertag: Ganesh Chaturthi (sein Geburtstag), nach dem Mondkalender zwischen Mitte August und Mitte September

 

Sivani Carolin

Mein Name ist Sivani Carolin. Ich übe und unterrichte Yoga und Meditation. Mit diesem Blog möchte ich dich inspirieren, tiefer in die Yogapraxis einzusteigen. Viel Vergnügen!

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